Bravo III 72 im St. Pauli Theater in Hamburg

22.06.2017

Die HOHNER Bravo III 72 hat es zu einem besonderen Ruhm geschafft.

Bei der Aufführung "Große Freiheit Nr. 7" von Helmut Käutner und Karl Vibach
mit Musiken von Heinz Schultze und Freddy Quinn im St. Pauli Theater in Hamburg ist sie mit von der Partie!

www.st-pauli-theater.de

Mit: Volker Lechtenbrink, Victoria Fleer, Brigitte Janner, Julia Liebetrau, Anne Weber, Niels Hansen, Patrick Heyn, Martin Wolf, Richard Zapf

Regie: Ulrich Waller
Musikalische Leitung: Matthias Stötzel
Bühne: Amelie Hensel
Kostüme: Ilse Welter
Illustration und Animation: Birgit Schössow


Es ist DAS St. Pauli-Märchen schlechthin. Der Film von 1944, der die Romantik St. Paulis ausgerechnet in dem Moment festzuhalten versucht, als es durch alliierte Bomber fast vollständig zerstört wurde, beflügelt immer noch die Menschen, die Abend für Abend über die Meile schlendern.

Schon das Zustandekommen des Films war legendär: Ursprünglich vom Propagandaministerium als Würdigung der deutschen Handelsmarine gedacht, wurde bei Regisseur Helmut Käutner die Hauptfigur des Films, Johnny Kröger, zu einem alternden Ex-Matrosen, der als Stimmungssänger in einem halbseidenen Vergnügungslokal auf St. Pauli arbeitet. Käutners Akteure trinken, rauchen, prügeln sich und haben außereheliche Liebesverhältnisse. Der ursprüngliche Filmtitel „Große Freiheit" musste auf Druck von Goebbels in „Große Freiheit Nr. 7" umbenannt werden, die Freiheit brauchte eine Hausnummer, denn zu sehr fürchtete man, dass die Zuschauer sonst auf subversive Gedanken kommen würden. Kurios ist auch, dass der Film wegen der nicht mehr zu übersehenden Bombenschäden in Hamburg hauptsächlich in Prag entstanden ist. Als er fertig war, protestierte die Marine gegen die Zeichnung der Hauptfigur, weswegen er nur im noch deutsch besetzten Ausland herauskam und in Deutschland selbst erst im  September '45 gezeigt werden konnte.

Am St. Pauli Theater soll die Geschichte wieder etwas näher an die Entstehungszeit des Films herangerückt werden. Volker Lechtenbrink spielt und singt den Johnny Kröger, der sich in das Mädchen Gisa verliebt, für sie eine bürgerliche Existenz anstrebt und mit ihr in den Hafen der Ehe schippern will. Wie es ausgeht, wissen wir alle, unsterblich sind die Lieder „Beim ersten Mal, da tut's noch weh" oder „La Paloma – einmal muss es vorbei sein".

Dauer der Vorstellung ca. 120 Minuten, zzgl. 20 Minuten Pause